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Doku „Ein Dorf stellt ich vor.“ – Teil 1: Kulturgemeinschaft Döhren

Hallo zusammen!
Jetzt geht es mit der Dokumentation „Ein Dorf stellt sich vor.“ los.

Mein Ziel ist es,  mit diesen Beiträgen unser Döhren vorzustellen, auf die vielen Möglichkeiten, die wir in unserem Dorf haben aufmerksam zu machen und, vor allem, die örtlichen Vereine, Gruppen und Arbeitskreise selbst zu Wort kommen zu lassen.

Der erste Bereich, den ich in dieser Doku präsentiere, ist die Kulturgemeinschaft Döhren.
Vielen Dank an Karsten Dex, der als ihr Vorsitzender meine Fragen beantwortet hat.

Weitere Beiträge werden nach und nach folgen…
Die Reihenfolge dabei ist zufällig.

Viele Grüße und bleibt gespannt,

Euer Peter Vossieg

 

Hier der erste Beitrag:

Was ist die Kulturgemeinschaft (KG)?
Die KG ist der Zusammenschluss der örtlichen Vereine, Gruppen, Arbeitskreise und Ortsteile. 

Wann und mit welchem Ziel wurde sie gegründet? 
Im November 1973 nach der Gebietsreform gegründet, um gemeinsame Interessen zu pflegen, zu fördern und dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen. Die Eigenständigkeit der einzelnen Vereine bleibt erhalten.

Welche Ziele hat die KG? 
Ziel ist die Förderung von Kultur, Heimatpflege und Kunst, verwirklicht durch die Durchführung von Gemeinschaftsveranstaltungen. Hierdurch soll auch das Gemeinschaftsgefühl im Ort gestärkt werden.

Wieviel Mitglieder hat sie? 
Die KG selbst hat aktuell 30 Mitglieder, zwei weitere Posten sind unbesetzt. 9 Vereine, 5 Arbeitskreise, 4 Ortsteile und 4 Funktionsträger sind vertreten. Die Anzahl der Delegierten richtet sich nach der Größe der Vereine, je angefangene 50 Mitglieder kann ein Vertreter für die KG gestellt werden. Die Ortsteile haben jeweils 2 Vertreter, die AK jeweils einen. Eine Übersicht, incl. der Delegierten findet ihr hier: https://www.döhren-weser.de/kulturgemeinschaft/

Warum ist es interessant, Mitglied zu sein? Was motiviert die Mitglieder? Welche Vorteile kann es haben, Mitglied der KG zu sein? 
Als Mitglied hat man die Möglichkeit, das gesellschaftliche Dorfleben aktiv mitzugestalten oder sich für bestimmte Projekte zu engagieren, um diese weiterzuentwickeln. Auch neue Ideen, Projekte oder Veranstaltungen können entwickelt werden. Ein positiver Nebeneffekt ist die Vernetzung im Ort, da man mit vielen Personen in Kontakt kommt.

Welche besonderen Merkmale hat die KG? 
Die Kulturgemeinschaft unterscheidet sich durch organisatorische, historische und gemeinschaftliche Merkmale von klassischen Sportvereinen. Sie fungiert mehr in Richtung eines „Dachverbandes“, wobei die Unabhängigkeit der angeschlossenen Vereine bestehen bleibt. Es werden aber auch eine Vielzahl von Veranstaltungen für alle Generationen organisiert. Des Weiteren verwaltet die KG das Dorfhaus, welches von allen Vereinen, Gruppen aber auch Privatpersonen genutzt werden kann.

Wie hat sich die KG entwickelt: Ursprung bis heute? 
Gegründet wurde die KG zunächst „nur“ mit den örtlichen Vereinen und den Döhrener Funktionsträgern. Einen besonderen Stellenwert hatten die ortsansässigen Lehrkräfte, die mit bis zu 3 Personen vertreten waren. Es ging um die Abstimmung der Termine und Feste der örtlichen Vereine, um Überschneidungen im Kalender zu vermeiden, aber auch um die Durchführung eigener Veranstaltungen. Später wurde die Kulturgemeinschaft für Vertreter der Ortsteile und für die Arbeitskreise geöffnet. Vorreiter bei den Arbeitskreisen war der AK Dorfgestaltung. 

Welche Aktivitäten gab und gibt es seit der Gründung? Was wurde erreicht? 
Eine Vielzahl von Veranstaltungen zum Erhalt der dörflichen Kultur wurden von der KG durchgeführt. Erntefeste, Dorfgemeinschaftsfeste, Seniorenfeier, Kinderfeste, Schnatgänge, Theaterabende, Dorffrühstück, Bingo, Plattdeutsch Tag, Grünkohlwanderung, Dorfolympiade, Gedenkstunde zum Volkstrauertag oder Laternenfest sind nur einige Beispiele. Die Aufzählung ist nicht abschließend.  

In der jüngeren Vergangenheit war das Jubiläum zur 975 Jahrfeier eines der Highlights bei den Veranstaltungen. An vier Tagen wurde ein umfangreiches Programm aufgeboten. Das Jubiläum wurde auch genutzt, um das Erntefest mit dem Wagenkorso wieder zu aktivieren. 

Etwas ganz Besonderes gelang der Kulturgemeinschaft mit den Entenrennen. 2007 fand das erste Entenrennen statt. 288 Enten gingen an der Wassermühle an den Start. Beim letzten Entenrennen 2016 waren es dann weit über 1.000 Enten, die sich bis zum Ziel an der Gehlebrücke in der Fischerstadt packende Rennen lieferten. Jedes Jahr gab es eine neue Motivente. Neben den strahlenden Kinderaugen konnte die KG aus dem Erlös der Veranstaltungen insgesamt über 8.000 € an die Kindergärten und Grundschule Windheim an Spenden überreichen. Das Entenrennen erfreute Jung und Alt und machte Döhren weit über seine Grenzen hinaus bekannt. 

Neben den Veranstaltungen wurden aber auch u.a.  Wanderwege ausgeschildert (Dorfspaziergang) und die Renovierung und Weiterentwicklung des Dorfhauses vorangetrieben. Als kleiner Beitrag für die Umwelt wird jedes Jahr die Aktion „Saubere Landschaft“ organisiert. 

Welche besonders interessanten Ereignisse gibt es? 
Restaurierung der Glocke:

Es wurde festgestellt, dass die Glocke im Spritzenhaus einen Riss hat und auch das Umfeld der Glocke renovierungsbedürftig ist. Die Glocke stammt aus dem Jahre 1610 und hat einen unschätzbar historischen Wert. Die KG initiierte eine Sammlung. Letztlich wurde die Glocke inkl. Halterung und Klöppel zum Preis von 3.900 € restauriert und im September 2013 feierlich wieder in Betrieb genommen. Quelle: Ortsheimatpfleger Bernd Wingender

Storchennest:

Seit vielen Jahren dient der Schornstein der ehemaligen Döhrener Molkerei als Storchenhorst. Der Döhrener Storchenhorst ist seit über 30 Jahren durchgängig mit Störchen besetzt. Durch das Wetter waren die Fugen auf der westlichen Seite des Schornsteins ausgewaschen und der Schornstein hatte eine leichte Schieflage. Eine weitere These lautete, das Storchennest sei durch die jahrelange Nutzung als Nistplatz und steter Erweiterung zu schwer für den Schornstein geworden. Gemeinsam mit dem Besitzer des Gebäudes und der Storcheninitiative wurde der Schornstein wieder gerichtet und stabilisiert. Das alte Storchennest wurde damals entfernt und ein neues aufgelegt. Das alte Döhrener Storchennest befindet sich jetzt im Storchenmuseum in Windheim und kann dort besichtigt werden. Quelle: Ortsheimatpfleger Bernd Wingender

Wassermühle:

Im Jahr 1984 begannen die Arbeiten zur Restaurierung der Wassermühle. Engagierte Mitglieder der Kulturgemeinschaft Döhren und die Familie Ehlerding leisteten in vielen Arbeitsstunden den Hauptbeitrag für den Aufbau der heutigen Mühleneinrichtung. Die Mühlengruppe Döhren führte die Arbeiten fort.

Existieren amüsante Anekdoten?
Nach der Erntefeier, im Rahmen der 975 Jahrfeier, wurde die Erntekrone „entführt“. Am besagten Abend wurde das Gerücht gestreut, dass es eine alte Döhrener Tradition ist, die Erntekrone nach der Feier zur nächtlichen Stunde zu Rocky zu bringen. Ein paar namentlich nicht genannte Döhrener junge Erwachsene nahmen den „Auftrag“ ernst und so landete die Erntekrone nicht ganz ohne Spuren vor Rocky seiner Haustür. Die kleinen erlittenen Schönheitsfehler wurden direkt am nächsten Tag von der Gruppe ausgebessert und so stand die Krone, als wäre nichts gewesen, wieder auf dem Festzelt. 

Welche Ziele und Wünsche für die Zukunft hat die KG? 
Eine Gruppe von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen in der KG wäre wünschenswert. Die zuletzt durchgeführten Veranstaltungen waren schon gut besucht. Unser Ziel sollte es sein, zumindest bei den großen Veranstaltungen, auch die restlichen Döhrenerinnen und Döhrener zu aktivieren. Die Veranstaltungen werden nicht durchgeführt, um möglichst viel Gewinn zu erzielen, sondern vielmehr für Euch und somit als Beitrag für unser Dorfleben. 

Gibt es Punkte des Vorsitzenden der KG, die ihm besonders am Herzen liegen? 
Nachwuchsgewinnung!

Leider wird es immer schwieriger, Mitglieder für die KG zu finden. Vermutlich wird der Arbeitsaufwand in der KG von Vielen überschätzt. Aber so gibt es z.B. keine regelmäßigen wöchentlichen Termine, die zu einer Verpflichtung führen. Die Mitglieder treffen sich zwei Mal im Jahr zu einer Versammlung. Lediglich der Vorstand tritt öfter aus gegebenen Anlässen zusammen. Wer Mitglied in der KG ist, kann bei Verhinderung auch einen Stellvertreter benennen. Über neue Mitglieder und damit auch über neue Impulse würden wir uns freuen.

Mein persönliches Anliegen als Abschluss wäre, dass wir nicht so viel übereinander reden, sondern mehr miteinander. Denn wir können uns nur weiterentwickeln, wenn Fehler bekannt sind oder wenn neue Ideen eingebracht werden. In diesem Sinne, auf unsere Dorfgemeinschaft. 

Euer Karsten Dex

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